Posted on Feb 13 , 2011 in Katzenwelten

Clickern – eine kleine praktische Anleitung

4 Comments
Clickern – eine kleine praktische Anleitung

Nachdem Maggie bereits hier erklärt hat, wozu Clickern überhaupt gut ist, möchte ich nun kurz erklären, wie man clickern kann.

Ergänzend zu Maggies Erklärung möchte ich noch hinzufügen, dass man mittels Clickern einer Katze ein gewünschtes Verhalten antrainieren kann. So kratzen beispielsweise viele Katzen an Polstermöbeln, statt am Kratzbaum. Schimpfen bringt da oft wenig, speziell da Katzen dies auch oftmals schlicht aus Langeweile tun und da ist schimpfen dann eher noch eine willkommene Abwechslung als eine Strafe. Außerdem weiß die Katze nur durch Schimpfen auch nicht, welches Verhalten von ihr erwünscht ist. Deshalb ist man eher erfolgreich die Katze für das Kratzen am Kratzbaum zu belohnen.

Auch im Mehrkatzenhaushalt kann es viele Vorteile bringen mit den Katzen zu clickern. Das Selbstbewusstsein einer eher scheuen, ängstlichen Katze kann so gestärkt werden und clickert man mit 2-3 Katzen gleichzeitig, so müssen diese miteinander kooperieren, was bei uns vor allem mit Maggie und Benji toll klappt.

Was braucht man zum Clickern?

Nicht viel:

  • eine (vorzugsweise möglichst verfressene) Katze,
  • ihre Lieblingsleckerlis,
  • ein Geräusch, dass die Katze mit nichts anderem assoziiert (zB mit der Zunge schnalzen)
  • etwas Geduld

Prinzipiell ist es auch möglich mit Katzen zu clickern, die nicht auf Leckerlis aus sind. Praktisch ist dies aber schwieriger. Wichtiger ist es der Katze einen hohen Anreiz zu bieten, das kann theoretisch auch streicheln sein oder ein Spiel. Am einfachsten ist aber in der Praxis ein Leckerli, das man stückchenweise werfen kann, wie zB Catsticks, die in Stücke gebrochen sind, Thrive, aber es können auch Trockenfutterstückchen sein, wenn die Katze diese heiß liebt und sie sonst eher selten bekommt.

Bei dem Geräusch ist wichtig, dass es die Katze nicht sonst in ihrem Alltag hört. Es gibt auch spezielle Clicker im Fachhandel, natürlich können auch diese verwendet werden. Allerdings sind sie eher für Hunde konzipiert und für Katzen recht laut. Als Alternative kann man auch beispielsweise einen bestimmten Kugelschreiber oder Druckbleistift verwenden und immer die Miene rausdrücken. Ich finde jedoch das Zungen schnalzen am praktischsten, da ich nie extra nach dem Clicker, etc. suchen muss.

Dann kann es schon losgehen.

Schritt 1: Konditionierung

Zunächst muss man seiner Katze beibringen, dass sie immer wenn sie ein bestimmtes Geräusch hört, ein Leckerli bekommt. Deshalb macht man in den ersten 1-2 Sessions immer den “Click” und gibt der Katze sofort darauf das heiß ersehnte Leckerli. Dabei ist wichtig, dass das Leckerli sofort nach dem Click kommt, damit die Katze den Zusammenhang versteht.

Schritt 2: die ersten Tricks

Hat die Mieze erst mal verstanden, dass es um Leckerlis geht beim Clickern, kann man mit den ersten Tricks beginnen. Nur wie bringt man jetzt die Katze dazu etwas “besonderes” zu machen, speziell auch noch das was man sich ausgedacht hat?

Den ersten Trick den unsere Katzen gelernt haben war “Hopp” und ich finde, das ist für den Einstieg sehr gut geeignet. Man nimmt ein Leckerli und hält es so hoch, dass die Katze auf den Hinterpfoten stehend versucht das Leckerli mit den Vorderpfoten zu bekommen und dabei die Hand umschließt (Abwandlung von “High Five”), in dem Moment macht es Click. Ohne Click müsste man der Katze sofort das Leckerli geben, damit sie erkennen kann, dass “Hopp + Handheben” bedeutet, dass sie die Hand mit ihren Pfoten berühren soll.

Nach ein paar Wiederholungen versucht man es dann ohne Leckerli in der Hand.

Maggie zeigt euch mal wie das geht:


Auf die gleiche Art und Weise funktioniert auch “Dreh“:  Anfangs beschreibt man mit dem Leckerli in der Hand einen Kreis in der Luft, die Katze geht dabei dem Leckerli langsam nach und dreht sich im Kreis, später lässt man das Leckerli weg.

Oder “Komm“; dabei verstecke ich ein Leckerli unter meiner Hand und klopfe mit den Fingern leicht am Boden; Maggie muss meine Hand mit der Nase anstupsen. Am Leckerli weglassen arbeiten wir aber noch ;)

Schritt 3: weitere Tricks

Ein wenig schwieriger ist es einer Katze beizubringen “sitz” zu machen. Was nicht geht ist die Katze selbst hinzusetzen oder sie hinunterzudrücken. Stattdessen wartet man bis sich die Katze selbsthinsetzt und sagt dabei “Sitz”, clickert und gibt ihr ein Leckerli. Ähnlich macht man es auch, wenn man möchte dass die Katze auf zurufen kommt. Gehen einem die Ideen aus, was man seiner Katze beim Clickern beibringen möchte, dann kann man in einer Session auch mal zuwarten. Katzen können sehr kreativ sein und alles mögliche ausprobieren um doch an die Leckerlis zu kommen, das kann man dann weiter ausbauen.

Eine kürzere Clickersession mit Maggie sieht so aus:

Schritt 4: im Alltag verwenden

Das Clickern muss nicht an bestimmte Sessions gebunden sein, man kann es stattdessen auch im Alltag verwenden, wenn Miez etwas macht, das sie öfters machen sollte ;)

Fortsetzung folgt (über das Clickern im Mehrkatzenhaushalt)…

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4 Comments → “ Clickern – eine kleine praktische Anleitung ”

  1. Rudi: Boah ey, Maggie- das machst du super. Ich überlege, das auch mal der FF bezubringen.


  2. DieSchatzen

    1

    Twitter: dieSchatzen
    Hallo Rudi,

    nur zu, es macht voll Spaß. Wenn du das letzte Video ganz laut hörst, dann hörst du dass ich dabei die ganze Zeit schnurre, weil ich so viel Spaß habe :) (Leider schluckt das Mikro das Schnurren immer)

    Schnurrige Grüße
    Maggie

  3. Twitter: Marz_Champi
    MAGGIIIIIIIIIIE Du bist unsere CLICKER-QUEEN und Katze der Herzen!!

    Respekt, wir haben noch viel Arbeit vor uns … aber wir wollen das jetzt auch so toll können wie Du! Vielen vielen lieben Dank für Eure Erklärung und das Zeigen und wenn wir nun noch lernen wie das mit uns beiden zusammen klappen kann, dann juhuuu!

    Mit schnuriggsten Grüßen
    Marzi und Champi

  4. Klasse Anleitung, danke schön!
    Ich denke schon länger, dass ich das mal mit unserer Nicki probieren sollte. Sie richtet nämlich unsere Sofas zu und hat einen Heidenspaß an unseren Versuchen, sie davon abzuhalten… ;-)
    Ich bin schon gespannt auf die Clicker-Tipps zum Mehrkatzenhaushalt!

    Liebe Grüße,
    Christina


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